Zeilenzauber Blog

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6. Schreibwettbewerb ZeilenZauber 2019

Schreibwettbewerb-handzettel 2019_NEU

Da ist sie wieder, heiß ersehnt und schon nachgefragt: Die Einladung zum ZeilenZauber-Schreibwettbewerb, der in diesem Jahr schon zum sechsten Mal stattfindet!

Bis zum 1. Mai 2019 erwarten die Kinder- und Jungendjury sowie die Erwachsenenjury und ich Eure Geschichten, Gedichte und Comics zum Thema „Freiheit“. Lasst Euch dazu inspirieren von den Gedanken der Jurymitglieder der ZeilenZauber-Schreibwerkstatt und lasst Eurer Phantasie freien Lauf. Fragt Eure Freunde, Eltern und Großeltern und natürlich Euch selbst, was Freiheit bedeuten kann und teilt es uns mit. Die Geschichten dürfen höchsten 1.500 Wörter haben, Comics höchstens vier Seiten.

Wie immer biete ich begleitende Workshops für Schulklassen oder Gruppen an, wir erarbeiten gemeinsam das Thema „Freiheit“ und legen einfach mit dem Schreiben los. Ich stehe zwei Stunden als Expertin zur Verfügung  und gebe Hinweise. Und schwupps – schon seid Ihr dabei beim ZeilenZauber-Schreibwettbewerb, an dem sicher wieder zwischen 100 und 150 Kinder und Jugendliche bundesweit und aus Österreich teilnehmen werden. Meldet Euch und Eure Klasse sehr gerne an unter andrea.maluga (et) alice-dsl.net

Ich habe schon die Lieblingsläden abgeklappert und die Einzelhändler werden wieder wie jedes Jahr sehr spendabel sein und viele Preise für die Teilnehmer des ZeilenZauber-Schreibwettbewerbs zur Verfügung stellen. Leider ist kein Versand der Preise mehr möglich, ich versuche aber auf jeden Fall, sie Euch zukommen zu lassen. (Im März bin ich auf der Leipziger Buchmesse und spiele dort ZeilenZauberfee und bringe die restlichen Gewinne vom Vorjahr an die Preisträger… 😉 )

Wir freuen uns schon sehr auf Eure Geschichten, Gedichte und Comics!

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Lesefestival LeseZeit Berlin am 9. März 2019

LESEzeit 2019_A4-Plakat fürs blog

Nach dem furiosen Berlinale-Besuch der Teilnehmer meiner ZeilenZauber-Schreibwerkstatt und dem Schreiben der Film-Rezensionen, steht  ein weiterer Höhepunkt ins Haus: die Einladung für uns zur LeseZeit Niederschönhausen am 9. März 2019.

Bisher beschränken sich unsere Lese-Erfahrungen auf die jährlichen Preisverleihung -hier der Bericht von 2018 zum ZeilenZauber-Schreibwettbewerb und auf die kleine Lesung zum Bundesweiten Vorlesetag, aber ich bin mir sicher, dass wir trotzdem gut gewappnet sind.

Das Lesefest findet den ganzen Tag über statt. Wir werden uns den vor uns stattfindenen Block anhören, um uns einzufinden und mit dem Ort „warm“ zu werden. Für unseren Auftritt von 17 bis 18 Uhr können gerne Eltern, Oma, Onkel, Cousins, große Schwester, Nachbarn, Mitschüler und willige, zufällig vorbeikommende Passanten mitgebracht werden. Und natürlich die lieben Blogleser 😉

Lesung 17 bis 18 Uhr im Haus der Familie, Marthastraße 12 in 13156  Berlin-Niederschönhausen und Ausklang beim gemeinsamen Abendessen bis 18.30 Uhr

Wir sehen uns 😉

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Berlinale 2019 „Daniel fait face“, Frankreich 2018

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So war das auf der Berlinale 2019, dem Internationalen Filmfestival in Berlin. Wie in jedem Jahr berichte  ich an dieser Stelle über die schönsten, traurigsten und kuriosesten Filme und danke brav meiner Berlinale-Fee, die mich immer mit Eintrittskarten für die allerbesten Filme der Kategorie „Generation“ versorgt.

Wie immer wandert auch die Schreibwerkstatt ZeilenZauber in mindestens einen Film der Berlinale, diesmal war es der französische Film „Daniel fait face“, der in der Kategorie Generation Kplus gezeigt wurde. Darum ging es: Die Kinder sollen auf den Fall eines Anschlags eines Amokläufers auf ihre Schule in Form einer Übung vorbereitet werden. Gleichzeitig bemüht sich der Tanztheaterlehrer, dieses Thema mit den Kindern auf der Bühne aufzuarbeiten. Ab 10 Jahre

Hier also die Rezensionen der Kinder und Jugendlichen:

Ich weiß nicht so genau, woran ich denken musste, der Film war so anders als andere. Er war ein bisschen bedrängend. Man hat sich ein bisschen wie Daniel gefühlt. Ich konnte mich gut in ihn hineinversetzen. Bei manchen Szenen war der Schnitt zu schnell, sonst war er gut gemacht. Die Kinder haben gut geschauspielert. Ich habe zwar nicht alles verstanden, aber der Film war trotzdem gut. Ich fand die Szene mit dem Schnee und wo die Klasse tanzt, schön. Meine Lieblingsstelle war, wo Daniel den Baum mit den roten Blättern entdeckt und raufklettert.  Junia, 11 Jahre

Meine Lieblingsszene war die, in der die Schüler beim Theaterunterricht miteinander getanzt haben. Ich mochte an dem Film, dass er nicht in der üblichen Spielfilmart gedreht wurde. Zwischenzeitlich war er sehr verwirrend, allerdings fand ich den Film dadurch umso besser. Mir haben sehr die Einstellungen gefallen, vor allem die Close-Ups, und die Art der Aufnahme, als Daniel allein auf dem Schulhof durch den Schnee lief, mochte ich besonders. Die Musik fand ich passend und gefiel mir. Lu, 15 Jahre

Ich war teils sehr verwirrt, weil ich Elemente des Films (die Schreie) nicht ganz verstehen und deuten konnte. Ich mochte die Nahaufnahmen, die eine Detailliebe ausgedrückt und dem Film eine traumartige Atmosphäre verliehen haben. Miko, 15 Jahre

Meine Lieblingsstelle im Film war, als die Schüler ihr Theaterstück in der Schule aufgeführt haben, besonders, als sie alle getanzt haben. Im Film wurden viele verschiedene Gefühle gezeigt, was ich gut finde, man konnte sich gut in die Rollen hineinversetzen. Allerdings war die Geschichte auf den ersten Blick ein wenig unklar. Ich fand gut, dass man erst ein bisschen von dem normalen Alltag gesehen hat, bevor die Übung gezeigt wurde. Nina, 14 Jahre

 

 

 

 

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Frohe Weihnachten allen ZeilenZauberern und Freunden

Xmas-Bild-Andrea und EuleIllustration: FantaghiroArt

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#Inktober 2018: 4. Oktober „Spell / Beschwören“

Seit 2009 inspiriert der Inktober jedes Jahr die Künstler der Welt, mit Tusche oder Fineliner jeden Tag des Monats Oktober zu einem bestimmten, täglich neuen Thema eine Zeichnung anzufertigen. Schön und gut. Aber wir setzen noch eins drauf! Denn was ist schon eine Zeichnung ohne Geschichte? Richtig 😉 Also versuche ich, mit einem Drabble – einem Geschichtenentwurf aus genau 100 Wörtern – die wunderschönen Illustrationen von FantaghiroArt zu begleiten. Hier unsere Ergebnisse. Viel Spaß!

Since 2009 exists the Inktober. And here you can see our results: the sketches of FantaghiroArt and 100-words-drabbles written by me, Andrea Maluga. Enjoy!

Inktober 4 2018 spell beschwörend Lucias Zeichnung

4. Oktober 2018 Inktober-Drabble „spell (beschwören)“

Du bist zu jung, hat der Meister gesagt, als ich mich beschwerte. Dein Bart ist zu kurz.

Ich habe gewartet, aber der Bart wuchs nicht. Ich bin der beste Schlangenbeschwörer auf dem Markt, aber der Meister lässt mich nicht im Palast spielen und die große Prüfung ablegen.

Also habe ich heute früh Vaters Pluderhose stibitzt, Mutters schönste Feder an den Turban gesteckt und mir aus Rosshaar einen Schnurrbart angeklebt. Dann bin ich mit den Lieferanten in den Palast des Sultans gehuscht.

Nun sitze ich inmitten der Prüflinge auf einem rotsamtenen Kissen, vor mir der Schlangenkorb.

Ich spiele den ersten Ton.

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#Inktober 2018: 2. Oktober „Tranquil / Friedlich“

Seit 2009 inspiriert der Inktober jedes Jahr die Künstler der Welt, mit Tusche oder Fineliner jeden Tag des Monats Oktober zu einem bestimmten, täglich neuen Thema eine Zeichnung anzufertigen. Schön und gut. Aber wir setzen noch eins drauf! Denn was ist schon eine Zeichnung ohne Geschichte? Richtig 😉 Also versuche ich, mit einem Drabble – einem Geschichtenentwurf aus genau 100 Wörtern – die wunderschönen Illustrationen von FantaghiroArt zu begleiten. Hier unsere Ergebnisse. Viel Spaß!

Since 2009 exists the Inktober. And here you can see our results: the sketches of FantaghiroArt and 100-words-drabbles written by me, Andrea Maluga. Enjoy!

Inktober 2 2018 friedlich Lucias Zeichnung

2. Oktober 2018: Inktober – Drabble zum Thema „Friedlich“

Ihr Blick ist gebrochen. Sie schaut durch mich hindurch, nicht traurig, nicht nachdenklich.

Es ist ein Moment der Ruhe, der Moment, bevor wir uns kennen lernen. Ich fühle, wie es sein wird, wenn ich ihr das lange Haar aus dem Gesicht streiche. Wie sie den Blick hebt, um mich anzulächeln.

Am Zugfenster hinter ihr rauscht die verregnete Landschaft vorbei.

Der Zug schlingert, als er um eine Kurve fährt. Sie verliert den Halt und prallt gegen meine Schulter.

„Leni!“ Ein junger Mann pflügt durch den Waggon, nimmt sie in den Arm und küsst sie. Ich wende mich ab und gehe davon.

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Von Weltuntergängen, asthmatischen Feen und anderen philosophischen Geschichtenanfängen – das war der 5. ZeilenZauberSchreibwettbewerb 2018

Dankeschönfoto fürs blog

Kaum zu glauben, aber der 5. ZeilenZauber-Schreibwettbewerb ist längst Geschichte. Das Thema „Geheimnis“ hat Kinder und Jugendliche aus 23 Schulen in ganz Deutschland und Österreich bewegt und um den Schlaf gebracht. Die Einsendungen kamen aus:

Rostock, Hannover, Wetzlar, Mödling (Österreich), Wolfenbüttel, Krefeld, Wandlitz, Solms und Berlin (Mitte, Pankow, Reinickendorf, Lichtenberg, Buch, Hohenschönhausen)

Die Kurskinder von der ZeilenZauber-Schreibwerkstatt schrieben den Aufruf für den Flyer und haben viele junge Autoren zum  Schreiben inspiriert. In von mir geleiteten ZeilenZauber-Workshops in diversen Klassenstufen konnte ich viele Geschichtenanfänge verwenden, die wir zuvor mit den Kurskindern vom Schulkurs und vom Meisterkurs entwickelt haben. Sie sind wie immer sehr erfinderisch gewesen! Von Weltuntergängen, asthmatischen Feen bis zu rätselhaftem Kanonendonner ist alles dabei 😉

Und nicht weniger als ein Kanonendonner war die Feierliche Preisverleihung in der schönen Aula des Rosa-Luxemburg-Gymnasiums Berlin! Sogar auswärtiger Besuch hatte sich auf die Strümpfe gemacht, uns beehrt und es nicht bereut. Die musikalische Eröffnung übernahm Lucia mit himmlischen Harfenklängen, danach wurden von den Jurykindern (es gab auch wie immer eine Internationale Erwachsenenjury aus Österreich, Kanada und Deutschland) Geschichten und Gedichte vorgetragen und die Sieger in allen Kategorien sowie die Platzierten unter tosendem Applaus geehrt. Der wunderbare Stummfilmpianist Stefan Graf von Bothmer spielte für uns am Klavier eine Melodie, die er aus den eben gehörten Gedichten der Kinder und Jugendlichen komponierte. Was für ein Fest!

Vielen Dank allen Kindern und Jugendlichen, die uns ihre Geheimnisse verraten haben, allen Eltern, Erziehern und Lehrern, die das Schreiben unterstützt oder Workshops ermöglicht haben, allen Künstlern und Jurymitgliedern, die uns ihre Zeit geschenkt haben. Wir alle machen gemeinsam den ZeilenZauber, mein Herzensprojekt, zu etwas ganz besonderem.

Wie es mit den eingesandten Texten weitergeht, ob die ZeilenZauberKinder wieder eine CD einsprechen (die erste CD zum Thema „Zeit“ 2016 kann gegen Spende erworben werden) oder ob wir eine Möglichkeit finden, ein Buch herauszubringen… ich werde berichten.

Im Frühjahr 2019 startet der 6. ZeilenZauberSchreibwettbewerb. Wir sehen uns ❤

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ZeilenZauber-Schreibwettbewerb: Wie alles begann / Preisverleihung am 28. Juni 2018

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Wie ist es nur möglich, dass der ZeilenZauber-Schreibwettbewerb, geboren aus einer Schnapsidee, schon fünf Jahre alt wird??

Alles begann damit, dass ich mich fürchterlich über einen Schreibwettbewerb aufregte, an dem meine Kurskinder von der ZeilenZauber-Schreibwerkstatt teilgenommen hatten. Denn außer einer Eingangsbestätigung passierte gar nichts und gewonnen hat ein Junge, der sieben Jahre älter war als „meine kleinen“ 9jährigen Kurskinder. Keine Urkunde, keine Trostpreise, nur ein einziger strahlender Sieger.

Pah, das kann ich besser, sagte ich und hob 2014 den ZeilenZauber-Schreibwettbewerb aus der Taufe. Ich bekam die Eule von FantaghiroArt als Maskottchen geschenkt, der Graphiker Michael Hoff setzte die Eule digital um und entwarf ein schickes Plakat. Auf Anhieb nahmen um die 150 Kinder aus Berlin teil, das Thema lautete „Glück“. Vom Erfolg begeistert, folgten in den Jahren darauf weitere ZeilenZauber-Schreibwettbewerbe mit den Themen „Frieden“, „Traum“ und „Zeit“. Mit Hilfe der internationalen Erwaschsenenjury und der Kinderjury entschieden wir über die Geschichten, Gedichte und Comics, die uns Kinder ab 9 Jahre geschickt hatten. Höhepunkt war jedes Jahr die Feierliche Preisverleihung, die seit 2013 in der Aula des Rosa-Luxemburg-Gymnasiums in Berlin, unser zauberhafter Gastgeber, stattfindet. In allem unterstützt von Frau Maren Fudickar und natürlich von meiner Familie. Ganz besonders hilfsbereit ist jederzeit Familie Westphal. Vielen Dank Euch allen, den Eltern, den ZeilenZauberern und den Jurymitgliedern sowie Künstlern, Vorlesern und Technikern, die die Preisverleihung immer wieder zu etwas ganz besonderem machen.

Unterstützt wird der ZeilenZauber-Schreibwettbewerb mit Geschenken für die Kinder seit Jahren von Zweite Liebe, Florentine, BuchDisko, BuchSegler, PankeBuch,  Thalia RathausCenter, Markasit, Milchmanns ua.

Inzwischen gibt es neben der ZeilenZauberSchreibwerkstatt (Grundschule) auch einen ZeilenZauberkurs für Jugendliche ab 12 Jahre, der einmal monatlich sonnabends im Lutherhaus Berlin-Pankow tagt. Nicht zu vergessen die ZeilenZauber-Herbstakademie in den Oktoberferien, die eine ganze Woche umfasst. Termine hier.

Wer den ZeilenZauber mit nach Hause nehmen möchte, kann gegen Spende allerlei schöne Dinge bekommen: eine CD mit den Texten der Kinder zum Thema „Zeit“ (eingesprochen von den ZeilenZauberKindern), Kugelschreiber, Notizblöcke, Magnete, Lesezeichen und Postkarten mit unseren Lieblingssätzen aus den Geschichten. Das Neueste aus der ZeilenZauber-Schneiderwerkstatt: Leseknochen, Schlüsselbänder und Lavendel-Duftpyramiden. Für jeden ist also was dabei 😉

Ich freue mich, Euch zur Preisverleihung am 28. Juni 2018, 13 bis 15 Uhr in der Aula des Rosa-Luxemburg-Gymnasiums zu sehen!! Bringt Oma, Opa, Mama, Papa, Tante, Onkel und alle Freunde mit ❤

 

 

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Langer Tag der StadtNatur 2018 – Lesung

Werbung Lesung Langer Tag der StadtNatur 2018

Wer will mein Sonntagsgesicht sehen? Und meine Geschichten hören?

Kommt raus ins Jrüne, zum Langen Tag der StadtNatur in den Botanischen Volkspark Blankenfelde. Ich halte wieder Hof:

 

Neues von Kater James, der Traumeiche und nie gehörte Weltraumstories
Sonntag, 17. Juni 2018, 14:00 – 17:00 Uhr

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Berlinale 2018: Les rois mongols – Cross my heart Canada 2017

Here are the International Film Festival Berlinale news 2018: The canadian film Cross my heart – Les rois mongols

If tanks are rolling through your streets, your father is ill and your little brother’s future depends on you – what are you doing then? Right! Kidnapping neighbor’s Grandma, steal money and run away. Manon is 15, lives in Quebec, which fighted for their independence in 1970. While families are breaking apart the news speaker’s voices are telling about destruction, demonstrations and violence. Nobody is telling the children what’s going on. Manon, her brother, the cousins and the kidnapped Grandma are hiding in a hunting lodge and living together like a happy family. They are free, far away from all the trouble. But police and parents are on the way to destroy this childlike dream… It maybe all over – still Manon hold all the cards! (I love this film!)

Kaum ist die  Karnevalszeit vorbei, beginnt die Zeit der BERLINALE! Schon zum sechsten Mal berichte ich von den Filmen, die ich auf dem Internationalen Filmfestival in Berlin seit 2013 erleben durfte. Oft hatte ich die Möglichkeit, mit Regisseuren und Darstellern zu reden oder den Interviews, die sie gegeben haben, zu lauschen. Hier nun die Filme der Sektion Kinder- und Jugendfilme 41. Generation:

Wenn durch die Straßen Panzer fahren, dein Vater todsterbenskrank ist und die Zukunft deines kleinen Bruders nur von dir abhängt – was tust du dann? Richtig! Eine Nachbarsoma entführen, Geld klauen und abhauen.

Manon ist ungefähr 15 und lebt in Quebec, das 1970 um seine Unabhängigkeit kämpft. Während die Familien zerbrechen, tönen im Hintergrund die Fernsehstimmen der Reporter, die in Dauerschleife von Demonstrationen, Gewalt und Drohungen berichten. Den Kindern wird nichts erklärt, vielleicht weil die Eltern selbst keine Antworten haben. Aufbegehren wird mit harter Hand unterbunden, die Menschen haben sich dem Leben gebeugt, der materielle Absturz ist allgegenwärtig.

Manon und Martin nehmen ihr Leben selbst in die Hand und suchen Unterschlupf in einer alten, aufgegebenen Jagdhütte. Sie bilden mit ihren kleinen Brüdern und der Großmutter eine richtige Familie: während die Großmutter  sich um die kleinen Kinder kümmert, ihnen vorliest und etwas näht, kocht Manon Essen aus dem, was Martin herbeischafft und alle zusammen haben keine Veranlassung, dieses wilde Leben weitab von der Zivilisation aufzugeben. Das erste Mal sind sie frei, lachen und können sich ausprobieren. Doch die Polizei, das Jugendamt und die Eltern sind ihnen längst auf den Fersen. Und selbst als der Traum vorbei zu sein scheint, hat Manon noch einen Trumpf im Ärmel.

Trotz des komplexen Geschehens gibt es viel zu lachen, viel zu weinen und viel Aufbruchstimmung. Die Figuren sind glaubhaft und grundsympathisch – ein großer Gegensatz zur verrückten Außenwelt: politische Diskussionen, Polizeiwillkür, Terrorismus, Geiselnahme, Mord – schlimmer kann es kaum kommen.

Nach der Vorführung standen der Regisseur Luc Picard, die beiden Hauptdarsteller Milya Corbeil-Gauvreau (Manon) und Henri Picard (Martin) ua. für ein Interview bereit:

Unser Film ist nominiert für sechs Filmpreise, u.a. für den canadischen „Oscar“. Der Film basiert auf dem teilweise autobiographischen Buch von… aus dem Jahr 1992. Der Titel beruht auf einem Spiel, das in dem Buch beschrieben wird. Die jungen Hauptdarsteller haben viel zur Oktoberkrise gelesen und Dokumentationen gesehen, viel miteinander diskutiert, um sich in die Zeit, die lange vor ihrer Geburt war, einzufühlen. Leider ist dieses Thema der Abspaltung Quebecs weder in der Schule noch in der Gesellschaft verankert und nicht aufgearbeitet, doch es ist noch aktuell. Der Film sollte das Schicksal der jungen Menschen zeigen, die in politisch schwierigen Zeiten ihren eigenen Weg finden müssen ohne sich selbst zu verleugnen.

Auf die Fragen der Kinder im Zuschauerraum gaben sie folgende Antworten:

Wir hatten für den Film 35 Drehtage, aber es hat viel länger insgesamt gedauert, ihn fertig zu stellen. Manons kleiner Bruder Mimi war sieben Jahre alt, er musste einen Fünfjährigen spielen. Vieles von den Geschichten im Film hat die Autorin der Buchvorlage selbst erlebt. Die entführte Großmutter ist eine bekannte Theaterschauspielerin in Canada. Die Musik im Film ist francocanadisch und stammt aus dieser Zeit, den 1970er Jahren. Die Waffen waren nicht echt und Martin hat keine echte Zigarette geraucht 😉 . Die Hauptdarsteller kannten sich vorher nicht, haben sich aber trotzdem richtig geküsst ❤ . Das Ende des Films fanden die Hauptdarsteller sehr berührend, weil es viel Hoffnung gibt.

Empfohlen ab 12 Jahre

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